Kyoto • Grüner Zen

»Ich lerne nur (um) zufrieden zu sein«. Dieser doppeldeutige Satz steht in vier japanischen Schriftzeichen auf einem unscheinbaren Brunnen des Ryōan-ji, dem Tempel, der über die Grenzen Japans hinaus durch seinen minimalistischen Zen-Steingarten Berühmtheit erlangt hat. Wenn sich die Eingangstore für Besucher schließen, sitzen im Tempel des friedlichen Drachens die Mönche und üben sich in…

Kyoto • Gold und Silber

Wer die Tempel Kyotos besucht, dem wird auf seinem Weg wahrscheinlich Gold und Silber begegnen. Die meisten Touristenbusse halten am Kinkaku-ji, dem goldenen Pavillon-Tempel. Diese Anlage ist für ihre Reliquienhalle bekannt, deren Obergeschoss vollständig mit Blattgold überzogen ist. Das Gebäude steht an einem Teich, in dem Sumpfiris wachsen und dessen Ufer mit sorgfältig gezogenen Kiefern…

Kyoto • Heian

Ein paar hundert Meter vom Okazaki-Schrein stapeln sich die Touristenbusse am Heian-Schrein, der für seinen Garten bekannt ist. Der Schrein wurde 1895 zu Ehren des Kaisers erbaut, der Kyoto 794 nach Christus gegründet hat. 1940 wurde zusätzlich der letzte Kaiser, der in Kyoto residierte, vergöttlicht und in den Schrein aufgenommen. Der Garten des Heian-Schreins ist…

Kyotos grüne Oase

Die U-Bahn bringt mich von Nijo-Palast zum botanischen Garten Kyotos. In diese grüne Oase möchte ich auf den Umzug des Aoi Matsuri warten, der am Nachmittag nur zwanzig Gehminuten auf der anderen Ufer des Kamoflusses in einer Allee vorbeizieht. Der botanische Garten wurde 1924 gegründet. Doch in den Wirren des zweiten Weltkriegs pflegte ihn niemand…

Kyoto • Nijo Palast

Nachdem ich mir eine Eintrittskarte am Automaten des Nijo Palastes gezogen habe, stürze ich mich ins Gewühl aus Touristen und Schulklassen. Das Schloss möchte ich mir nicht unbedingt von innen ansehen, denn ich habe ein heimlich gedrehtes Video im Internet gesehen. Es hat mich zur Auffassung gebracht, dass sich die Besichtigung etlicher Audienzräume nicht lohnt….

Neue Spunte, alte Knacker

Bei Sonnenschein und böigem Wind traben wir am nächsten Morgen hinauf zur Kanazawaburg. Die heutige Burg wurde 2001 erneut aufgebaut und 2015 der Öffentlichkeit übergeben.Das Innere der Burg besteht komplett aus Ulmen-, Kiefer- und Zedernholz. Die hellen, in warmen Farben schimmernden Holzböden dürfen nur mit Socken betreten werden. Und weil sie so schonend mit Socken »gebohnert« werden,…